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Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Ein Taschenrechner liegt auf den Zahlen einer Bilanz uns Statistik. Symbolphoto für Umsatz, Gewinn und Kosten.

Konjunkturdaten

Viele Handwerksbetriebe verharren im Corona-Tief

Die sonst eher stabile hessische Handwerkskonjunktur erlebte 2020 ein bewegtes Jahr mit starkem Einbruch im Frühjahr und einer anschließenden Erholung — bis zum erneuten Abbremsen am Jahresende. Zwei der vier Befragungswellen der hessischen Handwerkskammern liefen direkt in den Phasen des ersten und des aktuellen Lockdowns. Dadurch ist ein direkter Vergleich der Auswirkungen auf die Geschäftslageentwicklung möglich. Es zeigt sich, dass der erste Lockdown im Frühjahr einen bis dato deutlich tieferen Fußabdruck hinterließ als die Maßnahmen im Dezember.

Waren im Frühjahr alle Handwerksgruppen stärker von den Corona-Maßnahmen betroffen, entwickelte sich die Situation im Jahresverlauf recht unterschiedlich. Die körpernahen Berufe mussten besonders starke Einschränkungen durch Corona verkraften. Sehr schwierig ist die Situation der mehr als 6.000 Friseurbetriebe mit ihren weit über 18 Tausend Beschäftigten in Hessen. Sie sind erneut von Schließungen betroffen, können aber bisher keine Dezemberhilfe beantragen, da sie erst von der Schließung ab 16. Dezember betroffen waren. Aber dies ist nur ein Beispiel von vielen — weitere Handwerksberufe sind ebenfalls direkt oder indirekt stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen und die Geschäftslage entwickelte sich 2020 unter dem Strich für alle Branchen des hessischen Handwerks negativ. Bei den Baubetrieben blieben die Auswirkungen recht moderat, bei anderen Branchen eher kritisch. Im Schnitt erleiden 41 Prozent Umsatzrückgänge — mehr Betriebe als während der Finanzkrise 2009. Während damals zumeist die gewerblichen Dienstleister Umsatz verloren, sind es aktuell vor allem die persönlichen Dienstleister, die Kfz- und die Gesundheitshandwerke. Bisher führt die Krise noch nicht zu einer negativen Entwicklung der Betriebszahlen. Aber die Reserven vieler Betriebe sind aufgebraucht und es wird darauf ankommen, dass staatliche Hilfen schnell und auskömmlich fließen.

Rückgang der Beschäftigtenzahl bleibt bisher noch moderat

In Folge der Pandemie haben Beschäftigtenzahlen und Ausbildungsbereitschaft abgenommen. Der Beschäftigtensaldo für 2020 war leicht negativ. Trotz Kurzarbeitergeld und anderer, flexibler Lösungen ließ sich ein leichter Beschäftigungs-rückgang offenbar nicht vermeiden. Fachkräftemangel und Nachwuchssorgen bereiteten dem Handwerk schon zuvor große Sorgen. Es ist absehbar, dass der Personalbedarf nach der Pandemie angesichts des demografischen Wandels ein noch größeres Zukunftsthema werden wird.

Ausblick

Der Ausblick in die Zukunft fällt schwer. Nachdem die schnelle Impfstoffentwicklung endlich aufatmen ließ, verbreiten Virus-Mutationen und die stockende Impfstoffversorgung erneut Unsicherheit. Die hessischen Handwerksbetriebe blicken besorgt auf das 1. Quartal 2021. Etwas hoffnungsvoller stimmt, dass fast alle Konjunkturexperten für das Gesamtjahr 2021 mit Wachstum rechnen. Rückenwind könnte der Konsum geben, denn die privaten Haushalte haben so viel gespart wie nie zuvor und die Abschaffung des Solidaritätszuschlags für breite Bevölkerungsgruppen erhöht die verfügbaren Einkommen. Zudem hat die Industrie im letzten Quartal das Corona-Tief zunächst überwunden. Eine nachhaltige Normalisierung der Handwerkskonjunktur kann aber schlussendlich nur eine erfolgreiche Immunisierung bringen.