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Mehr als 10.000 neue Lehrverträge im hessischen Handwerk

23.11.2017 ARGE 17/06 - Ausbildungszahlen

Die neu abgeschlossenen Lehrverträge im hessischen Handwerk haben im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt deutlich zugenommen: Mit insgesamt 10.390 neuen Lehrverträgen haben die drei hessischen Handwerkskammern im Erhebungszeitraum 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 eine Steigerung von 339 Lehrverträgen zu verzeichnen. Dies entspricht einem Zuwachs von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Dieser Stand fließt nun in den offiziellen Berufsbildungsbericht der Bundesregierung ein.

 „Das hessische Handwerk ist und bleibt damit der stärkste Ausbilder der mittelständischen Wirtschaft“, sagt Heinrich Gringel, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern. Mit einer Ausbildungsquote von acht Prozent (auf 100 Mitarbeiter kommen acht Auszubildende) bilde das Handwerk weiterhin stärker aus als jeder andere Wirtschaftsbereich. Trotz des Trends zum Studium spiele das Handwerk, und damit das duale Ausbildungssystem, bei der Berufswahl eine gewichtige Rolle.

Insbesondere bei der Berufsorientierung, gerade auch in den Gymnasien, sieht Gringel nach wie vor viel Potential: „Wir müssen uns weiter anstrengen, junge Menschen von den Vorzügen einer „Karriere mit Lehre“ zu überzeugen“, fügt er hinzu. Die bundesweite Imagekampagne des deutschen Handwerks, die in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die Ansprache von Jugendlichen gelegt hat, sowie auch die eigene hessische Nachwuchswerbekampagne leisten hier einen wichtigen Beitrag. Dies sei auch notwendig, denn statt eines Lehrstellenmangels gibt es im Handwerk vielfach einen Lehrlingsmangel.

 Dass eine handwerkliche Ausbildung auch einen bedeutenden Anteil an der Integration von Flüchtlingen hat, verdeutlichen die Zahlen der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse mit Flüchtlingen. Demnach verzeichneten die hessischen Handwerkskammern Ende Oktober 919 neu eingetragene Lehrverträge mit jungen Menschen aus den aktuellen Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge. Dazu kamen noch 340 Einstiegsqualifizierungsverträge.

 „Diese Werte sind ein eindeutiger Beleg, dass das hessische Handwerk ein wichtiger Integrationsmotor ist“, so der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Handwerkskammern, Bernhard Mundschenk. „Die hessischen Handwerkskammern danken allen Ausbildungsbetrieben ausdrücklich für ihr nicht selbstverständliches Engagement, denn Arbeit und Ausbildung sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. Sie haben hiermit nicht nur dem Handwerk einen großen Dienst erwiesen, sondern auch wieder einmal bewiesen, dass das Handwerk sowohl eine wichtige Wirtschafts- als auch Gesellschaftsgruppe ist.“