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Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Ein Taschenrechner liegt auf den Zahlen einer Bilanz uns Statistik. Symbolphoto für Umsatz, Gewinn und Kosten.

Konjunkturdaten

Handwerkskonjunktur erholt sich
Materialmangel und Fachkräftemangel bremsen Wachstum

Das hessische Handwerk zieht eine insgesamt zufriedene konjunkturelle Bilanz der letzten zwölf Monate  Angesichts des andauernden Lockdowns sind die hessischen Handwerksbetriebe mit großen Erschwernissen in das Jahr 2021 gestartet. In der Folge sorgten aber die Lockerungen der Coronamaßnahmen für eine dynamische Entwicklung, auch in den Branchen, die über Monate existenziell bedroht waren. Die Geschäftslage hat sich über alle Branchen und Betriebsgrößen hinweg im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 80 Prozent positiven Rückmeldungen wieder erholt. 

Noch immer sind allerdings durchschnittlich 20 Prozent der Betriebe in einer schlechten konjunkturellen Lage und zeitnah ist eine Erholung äußerst unwahrscheinlich. Für die Kfz-Betriebe verlief 2021 wenig zufriedenstellend. Neben den langfristigen Strukturproblemen hat diese Branche seit Ausbruch der Coronakrise mit Kaufzurückhaltung sowie geringerem Reparatur- und Wartungsbedarf zu kämpfen. Erschwerend kommt hinzu, dass seit Beginn der Erholung der Konjunktur Lieferprobleme zu einem Erlahmen des Kfz-Handels führten. Die Bau- und Ausbaubetriebe sowie die gewerblichen Dienstleister hingegen sind recht gut durch die Krise gekommen und meldeten zumeist eine zufriedenstellende Situation. 

Mehr Betriebe, weniger Beschäftigte

Mit Blick auf die Betriebszahlen meldet der HHT zum 31. Dezember 2021 insgesamt 77.108 Handwerksbetriebe in Hessen. Dies entspricht einer Zunahme von 1.071 Betrieben oder +1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei den ehemals zulassungsfreien Ausbaugewerken wie Fliesenleger (-523) und Raumausstatter (-402) gibt es einen deutlichen Rückgang. Hingegen gab es bei den Gebäudereinigern (+531) und Fotografen (+264) sowie bei den Bodenlegern (+280) Zuwächse. Bei der Beschäftigtenentwicklung hat es einen weiteren Rückgang gegeben. Die Probleme des Fachkräfte- und Nachwuchsmangels werden sich das zweite Jahr in Folge verschärfen. Lediglich 11 Prozent der Betriebe berichteten im Quartalsdurchschnitt von einem Personalzuwachs, bei 16 Prozent ist die Zahl der Beschäftigten gesunken und bei 73 Prozent stabil geblieben. 

Volle Auftragsbücher, aber Materialmangel

Die Auftragsreichweite lag 2021 mit durchschnittlich 8,9 Wochen auf dem Höchststand. Bei den Bau- und Ausbaubetrieben sowie den industriellen Zulieferern erreichte die Auftragsreichweite mit durchschnittlich 15 Wochen sogar einen historischen Höchststand. Die Ursache liegt insbesondere in dem Materialmangel. Viele Handwerksunternehmen berichten bereits von gestiegenen Einkaufspreisen. Die Verknappung des Materials kann zudem dazu führen, dass Betriebe Termine und Kalkulationen nicht einhalten können, Aufträge ggf. sogar storniert oder gar nicht angenommen werden können. Für Kundinnen und Kunden bedeute dies, dass sie aufgrund der Materialengpässe vielfach mit längeren Wartezeiten und höheren Preisen rechnen müssen. 

Fachkräftesicherung als zentrale Zukunftsaufgabe

Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist die zentrale Zukunftsaufgabe für das Handwerk. Zwar hat sich der hessische Ausbildungsmarkt etwas verbessert, von einer echten Trendumkehr kann allerdings keine Rede sein. So konnten die drei hessischen Handwerkskammern im offiziellen Erhebungszeitraum, der in den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung einfließt, zwar ein Plus von 383 Lehrverträgen (= +4,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf insgesamt 9.512 neu eingetragene Lehrverträge verzeichnen, allerdings wurde das Niveau des „Vor-Corona-Jahres 2019“ mit 10.357 neuen Lehrverträgen bei weitem noch nicht erreicht.