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Handwerkskammern und Baugewerbeverband einig

28.09.2021 - ARGE 21/20a - Gespräch VbU/ARGE

Gute Perspektiven der Bauwirtschaft nicht gefährden
Handwerkskammern und Baugewerbeverband einig

Die Mehrheit der hessischen Baubetriebe hat die schwierige Zeit der Corona-Pandemie stark belastet, aber dennoch weitgehend erfolgreich gemeistert. Die Baustellen konnten unter Einhaltung der konsequent eingehaltenen Schutzstandards offengehalten und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter gesichert werden. Aktuell konnte sogar die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsplätze bei den Baubetrieben deutlich gesteigert werden. Der hessische Baugewerbeverband und die hessischen Handwerkskammern zeigten sich in ihrer gemeinsamen Sitzung überzeugt, dass das Baugewerbe das Potential hat, um auch weiterhin die Konjunkturlokomotive für das Handwerk und die gesamte gewerbliche Wirtschaft zu bleiben. 

In der gemeinsamen Sitzung unter Leitung von Präsidentin Susanne Haus von der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern (ARGE) und Präsident Frank Dittmar vom hessischen Baugewerbeverband bestand Einigkeit, dass die positiven Aussichten und das Potential der Baubetriebe nicht durch äußeren Druck verspielt werden dürfen. 

Während die pandemie-bedingten Zusatzkosten langsam zurückgehen, setzten nun ein massiver Preisdruck auf den Materialmärkten und drohende zusätzliche Belastungen seitens der Politik die Baubetriebe unter Druck. 

„Es kann nicht sein, dass Betriebe, die erfolgreich die Corona-Phase überstanden haben, nun wegen Materialknappheit und steigenden Rohstoffpreisen in ihrer Existenz gefährdet werden", beklagt Präsident Dittmar. Die handwerklichen Baubetriebe dürften nicht zum Opfer von Verwerfungen auf dem Weltmarkt, gestörten Lieferketten oder fehlenden Kapazitäten, z. B. der Sägewerke, werden, mahnt der Verbandspräsident. 

ARGE-Präsidentin Haus macht deutlich, dass die Betriebe erwarten, unter stabilen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen agieren zu können. Zusätzliche Belastungen auf Steuer- oder Abgabenseite seien Gift für die nötige Planungssicherheit der Unternehmen. Die Politik auf allen Ebenen - Bund, Land und Kommunen – müssten hier durch eine verlässliche und stetige Öffentliche Auftragsvergabe die Grundlage schaffen. „Die politisch gewollten Ziele, mehr und nachhaltigerer Wohnungsbau, energetische Sanierungen, Erneuerung der öffentlichen Infrastruktur oder Breitbandausbau, sind ohne ein innovatives und erfolgreiches Bauhandwerk undenkbar", zeigte sich Haus überzeugt. 

Die Vertreter des Baugewerbeverbandes und der Handwerkskammern beschäftigten sich in ihrer gemeinsamen Sitzung auch mit den noch immer viel zu geringen Deponiekapazitäten, insbesondere für Bauabfälle. „Auf dieses Problem weisen wir nun bereits seit Jahren erfolglos hin. Stattdessen wird weiter z. B. Erdaushub aus hessischen Baustellen per Lastwagen über die Autobahnen auf Deponien nach Thüringen oder in die Niederlande gefahren“, betonte Dittmar. 

Neben der Ausweisung neuer oder der Erweiterungen bestehender Deponien müssten hier die Schlagworte einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise oder die Ziele des Kreislaufwirtschaftsgesetzes konsequent zu Ende gedacht werden. Statt unbelastetes Material zu deponieren, müssten dringend mehr Recyclingbaustoffe eingesetzt und deren Nutzung für Bauherrn attraktiver werden. Gerade die Öffentliche Hand müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen. 

Ein wiederkehrendes Thema des Gesprächs zwischen Kammern und Verband ist die unter dem Schlagwort "BIM – Building Information Modeling" zusammengefasste Digitalisierung des gesamten Bauprozesses von der Planung über den Bau bis zur Wartung und Pflege. Bauverband und Handwerkskammern wollen sich hier gemeinsam engagieren, damit die überwiegend kleinbetrieblich strukturierten Baubetriebe nicht immer weiter in die Rolle von Subunternehmern abgedrängt werden, weil sie die BIM-Anforderungen finanziell und organisatorisch nicht schultern können. Es braucht hier nach Auffassung der Gesprächsteilnehmer dringend mittelstandsgerechte Lösungen und Software mit offenen Standards.