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Sonderumfrage zu Standorten der hessischen Handwerksbetriebe

03.09.2019 - ARGE 19/04 - Ein guter Anschluss an das Verkehrsnetz ist elementar

So vielfältig wie das Handwerk sind auch die Standorte, die Inhaber für ihre Betriebe auswählen. Die Lage, und dabei insbesondere die Anbindung an das Straßennetz vor Ort, sind für einen Handwerksbetrieb vor dem Hintergrund der zahlreichen Betriebsstandorte in ländlichen Gebieten und im Umland der Städte die zentralen wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, an der sich 831 Betriebe beteiligten.



Vielfältige Standortwahl

"Gewerkeübergreifend sind mehr als die Hälfte der hessischen Handwerksbetriebe im ländlich geprägten Raum angesiedelt und mehrheitlich werden gemischte Lagen oder Gewerbe- und Industriegebiete bevorzugt", so der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, Heinrich Gringel. Teure Lagen in Einkaufszonen lohnen sich eher für Ladenhandwerke mit direktem Kundenbezug, wie sie am ehesten unter den Gesundheits-, Lebensmittelhandwerkern oder den personenbezogenen Dienstleistungen zu finden sind. Gewerke mit großem Flächenbedarf und gewerblicher Orientierung siedeln überwiegend in Gewerbe- und Industriegebieten sowie gemischten Lagen an. Soloselbstständige sind indessen häufig in Wohngebieten zu finden.

 

Handwerksbetriebe sind standortgebunden und -verbunden

Unter den Standortfaktoren wird die gute Anbindung an das Straßennetz (70 Prozent) als deutlich wichtiger empfunden, als die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr (19 Prozent). Gringel: "Für viele Betriebsinhaber ist ein Höchstmaß an Flexibilität und Mobilität erforderlich, damit Werkzeuge, Materialien, Produkte und Mitarbeiter möglichst reibungslos zu einer Vielzahl an Kunden, Partnern, Filialen, Bau- oder Montagestellen gelangen können." Dienstleister und Gesundheitshandwerker beschreiben zudem die Nähe zur Laufkundschaft sowie Stellplatzangebote als wichtige Standortfaktoren. Produktionsnahe Handwerke für den gewerblichen Bedarf hingegen legen den Fokus auf eine gute Telekommunikationsinfrastruktur. "Die Digitalisierung zieht am Wirtschaftsbereich Handwerk nicht vorüber. So bewerten immer mehr Betriebsinhaber beispielsweise den Breitband-Internetzugang als entscheidenden Standortfaktor", erläutert Gringel.

Grundsätzlich scheint für Handwerksbetriebe aufgrund vielfältiger Verflechtungen mit Mitarbeitern, Auftraggebern oder Kundschaft in der Region eine Verlagerung des Standortes nur selten vorteilhaft zu sein. Betriebe mit Plänen, den Standort zu wechseln, begründen dies zumeist mit fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten. "Diese Standortverbundenheit verdeutlicht, dass das Handwerk ein wichtiger und regional nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor ist", erläutert Gringel.

 

Verhältnis zwischen Eigentum und Miete ausgeglichen

Gut die Hälfte der Handwerker ist Eigentümer der genutzten Gewerbefläche, die andere Hälfte Mieter oder Pächter. Selbstgenutzte Gewerbeimmobilien sind eine Möglichkeit zur Vermögensanlage und zur Sicherung des Standortes, die immerhin 60 Prozent der Betriebe in den ländlichen und preisgünstigeren Regionen nutzen. In den Einkaufszonen und -straßen sind nur ungefähr ein Drittel der Handwerker Eigentümer der Gewerbefläche. In City-Lagen ist Miete oder Pacht verbreitet, insbesondere bei den Gesundheitshandwerkern. Gringel fordert die Kommunalpolitik auf, bei der Ausschreibung von Gewerbeflächen die geeigneten Größen und Rahmenbedingungen für Handwerksbetriebe zu berücksichtigen.

Das Gesamtergebnis der Umfrage steht zum Download zur Verfügung. Dort enthalten sind ebenfalls detaillierte statistische Daten zu Standortpräferenzen von Handwerksbetrieben, durchschnittlichem Flächenbedarf sowie den Eigentumsverhältnissen. Diese Informationen sind nach Gewerken und Regionen differenziert.