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Rahmenvereinbarung Umweltallianz Hessen erneuert

30.06.2020 - HHT 20/01a - Rahmenvereinbarung Umweltallianz

Umweltallianz Hessen erneuert
Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft

Das hessische Umweltministerium, Vertreter der Wirtschaft und der kommunalen Spitzenverbände haben die neue Rahmenvereinbarung für die Umweltallianz Hessen unterzeichnet. Mitglied sind neben dem Hessischen Handwerkstag auch viele Handwerksbetriebe. 

 „In Zeiten von Klimakrise, dem Verlust von biologischer Vielfalt und der Vermüllung der Erde, sind wir alle gefragt, Lösungen zu finden, um unsere Umwelt zu schützen. Innerhalb der Umweltallianz wollen Politik und Wirtschaft gemeinsam dafür sorgen, dass der Umweltschutz und gleichzeitig der Wirtschaftsstandort Hessen gestärkt werden. Mit der neuen Rahmenvereinbarung für die Umweltallianz unterstützen wir nachhaltige Innovationen in Unternehmen, damit Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen. Trotz der aktuellen Corona-Pandemie wollen wir uns gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft stellen“, sagte heute Umweltministerin Priska Hinz in Wiesbaden. In der Vergangenheit kümmerte sich die Umweltallianz vor allem um die Information und rechtliche Beratung ihrer Mitglieder im Bereich Umweltschutz und die Vereinfachung bei Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren. Die Folgen der Klimakrise werden für die Wirtschaft jedoch immer relevanter, sodass die Aufgaben der Umweltallianz ausgebaut werden: „Wir wollen uns nun verstärkt einsetzen für Klimaschutz, Energiewende, ressourcenschonendes Wirtschaften und schadstoffarme Mobilität. Um diese Ziele haben wir die Rahmenvereinbarung erweitert“, erklärte die Ministerin. Ebenfalls sollen noch stärker kleine und mittlere Unternehmen angesprochen und gefördert werden. Auch die Struktur der Umweltallianz wurde neu aufgestellt, um noch effektiver die gemeinsamen Ziele zu verfolgen. Die Zusammenarbeit der Partner wird in Dialogforen, Projektgruppen und Netzwerken stattfinden“, erläuterte Hinz.

Die Dialogforen befassen sich mit aktuellen Umweltfragen und suchen nach innovativen Lösungen. Ein Forum wird sich beispielsweise mit dem Recycling von Baustoffen befassen. Damit können natürliche Ressourcen geschont werden und es müssen weniger neue Deponien geschaffen werden. Im Jahr 2016 fielen in Hessen rund 15,3 Mio. Tonnen Bau- und Abbruchabfall an. Davon wurden nur 4,4 Mio. Tonnen wiederverwertet. Wie sich diese Menge steigern lässt, wird das Dialogforum in den Blick nehmen.

„Die hessische Wirtschaft begrüßt die Fortschreibung der Umweltallianz Hessen. Sie ist eine Plattform, auf der sich Politik, Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam um die umweltpolitischen Themen kümmern und sie voranbringen. Ausgewogene Entscheidungen beim Klimaschutz werden den Wirtschaftsstandort Hessen fördern. Sie können die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft unserer Betriebe unterstützen. Das ist in Krisenzeiten wie diesen wichtiger denn je. Respekt und maßvoll mit der Umwelt umzugehen - das ist selbstverständlich für hessische Unternehmerinnen und Unternehmer. Für sie erschließt nachhaltiges Wirtschaften zudem Märkte der Zukunft. Mit der Übernahme der ständigen Leitung der Geschäftsstelle der Umweltallianz zeigen die hessischen IHKs Verantwortung und unterstreichen ihr Engagement zum Umwelt- und Klimaschutz in diesem Land.“, so Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK).

„Die Umweltallianz war bereits in der Vergangenheit ein Erfolgsmodell. Gleichwohl begrüßen wir die Neuausrichtung, da das Erfordernis, dass Staat und Wirtschaft auf Augenhöhe zusammenarbeiten, nach wie vor nichts an Aktualität eingebüßt hat. Hierzu hat die Umweltallianz einen erheblichen Beitrag geleistet," sagte Johannes Heger, Geschäftsführer Hessischer Städte- und Gemeindebund.

Ein weiteres Dialogforum wird sich mit der Vermeidung von Mikroplastik in der Umwelt durch Reifenabrieb befassen. Passend dazu überreichte Ministerin Hinz im Anschluss an die Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Michael Wendt, und dem für Gesundheit, Sicherheit und Umweltbelange verantwortlichen Leiter, Carlo Schumacher, eine Urkunde zur Mitgliedschaft in der Umweltallianz für das Pirelli-Werk in Höchst im Odenwald.

„Die Umweltallianz Hessen setzt einen Schwerpunkt auf betrieblichen Umweltschutz, wofür das Produktionswerk im Odenwald ein hervorragendes Beispiel abgibt. Zusammen mit der angestrebten Mitarbeit im Dialogforum Reifenabrieb ist das ein doppelter Gewinn“, freut sich die Ministerin.

Umweltallianz: Über 1.000 Mitglieder für mehr Umweltschutz

Mittlerweile sind über 1.000 Unternehmen, mehr als 25 Kommunen und Wirtschaftsverbände der Umweltallianz Hessen beigetreten. Hierzu zählen beispielsweise große internationale Unternehmen wie Ferrero, Merck und Fraport, aber ebenfalls mittelständische Firmen bis hin zu kleineren Handwerksbetrieben. Die Chemieindustrie, Automobilindustrie, Weinbaubetriebe, Keltereien, Sanitär, Druck, Gastronomie und weitere Branchen sind vertreten. Alle Mitglieder fühlen sich der Umwelt verbunden und verpflichten sich freiwillig zu Umweltleistungen, die über gesetzliche Verpflichtungen hinausgehen. Neben der Kosteneinsparung durch Ressourcenschonung, können sich die Mitglieder als vom Land bestätigte umweltfreundliche Unternehmen präsentieren und erhalten außerdem Informationen und Austausch innerhalb der Allianz.

Die Vorhaben reichen von Abwasseraufbereitung über Abfallvermeidung bis zum Immissionsschutz im Unternehmen. Das Land Hessen unterstützt sie dabei mit der Umweltallianz sowie mit Projektförderung. So gewährt beispielsweise das beim Wirtschaftsministerium 2017 angelaufene Programm PIUS-Invest Zuschüsse von bis zu 30 Prozent sowie maximal 500.000 Euro für Investitionen in ressourceneffiziente Technologien und Prozesse.