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Hessisches Handwerk bleibt Stabilitätsanker der Wirtschaft

09.01.2020 - HHT 20/01 - Jahreskonjunkturbericht/Konjunkturprognose

Hessisches Handwerk bleibt Stabilitätsanker der Wirtschaft

Das hessische Handwerk blickt im neunten Jahr in Folge auf ein gutes Geschäftsjahr zurück und rechnet auch für das Jahr 2020 mit einer stabilen Konjunktur. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage des Hessischen Handwerkstages (HHT). Damit erweisen sich die gut 75.000 hessischen Handwerksbetriebe einmal mehr als beständiger Stabilitätsanker der Wirtschaft. Vier von fünf Betriebsinhabern berichten von einer positiven bis befriedigenden Geschäftslage. Die Dynamik ließ allerdings im Laufe des zweiten Halbjahres etwas nach. HHT-Präsident Bernd Ehinger betont, dass diese leichte Abkühlung der Handwerkskonjunktur nicht zwingend eine nachlassende Nachfrage bedeute: „Auch Personalengpässe können eine Ursache für eine nachlassende Dynamik sein.“ 

Handwerkstag erwartet für 2020 Umsatzanstieg von drei Prozent

Ehinger rechnet weiter mit einer starken Binnennachfrage aufgrund der niedrigen Arbeitslosigkeit, steigender Arbeitnehmereinkommen und Renten sowie der Senkung des Solidaritätszuschlags. Die weiterhin hohen Zahlen in der hessischen Baugenehmigungsstatistik würden den andauernden Immobilienboom in Neubau und Sanierung belegen. Wachstumstreiber dürften Ehinger zufolge die Handwerksgruppen Bau und Ausbau sein. Für 2020 prognostiziert der HHT einen Umsatzanstieg in Höhe von drei Prozent. 

Wiedereinführung der Meisterpflicht als starkes Signal

Die Wiedereinführung der Meisterpflicht für zwölf Handwerksberufe bezeichnet Ehinger als „klaren Schritt in Richtung Zukunft.“ „Die Stärkung des Meisters ist ein entscheidender Beitrag für ein Handwerk, das auch in Zukunft qualitativ hochwertig, ausbildungsstark und betriebsnachhaltig ist.“ Das „Ja zum Meister“ sei ein kraftvolles, richtiges und notwendiges Signal für mehr Qualität und Qualifizierung im Handwerk und stärke dessen Zukunftsfähigkeit.
Ehinger: „Die Wiedereinführung der Meisterpflicht ist zudem ein klares Bekenntnis zur Wertigkeit von beruflicher Ausbildung und unseres weltweit geachteten dualen Ausbildungssystems.“ 

Fachkräftebedarf steigt weiter – mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen

HHT-Vizepräsident Wolfgang Kramwinkel macht deutlich, dass immer mehr Handwerksbranchen qualifizierte Fachkräfte suchen würden. Die Fachkräftesicherung sei daher eine der zentralen Herausforderungen für die kleinen und mittleren Betriebe des Handwerks. „Selbstausgebildeter Nachwuchs ist natürlich die beste Fachkräftesicherung“, so Kramwinkel.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge sei im hessischen Handwerk erfreulicherweise wieder leicht gestiegen. Insgesamt 10.357 neue Lehrverträge haben die drei hessischen Handwerkskammern Frankfurt-Rhein-Main, Kassel und Wiesbaden im Erhebungszeitraum 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 eingetragen. Dies entspreche einem Zuwachs von 0,9 Prozent. 

Handwerk für Einführung des Unterrichtsfachs Werken/Technik

Rund 365.000 Menschen sind im hessischen Handwerk beschäftigt. Viele Handwerksbetriebe wollen und können noch mehr Menschen einstellen und ausbilden. Aber Kinder und Jugendliche haben oft keinerlei Bezug mehr zur Arbeit mit den eigenen Händen. Ehinger: „Sie erkennen gar nicht mehr, dass sie begabt sind für eine handwerkliche Tätigkeit, dass diese ihnen Spaß macht, dass sie Dinge kreativ erschaffen können. Wir sind der Auffassung, dass in den Schulen deshalb mehr für die duale Berufsausbildung geworben werden muss.“ Der Hessische Handwerkstag fordert deshalb die flächendeckende Wieder-Einführung des Unterrichtsfachs „Werken/Technik“. „Wir sind davon überzeugt, dass Werkunterricht dazu beiträgt, dass Schüler später auch die Idee einer Ausbildung im Handwerk entwickeln.“ Der HHT fordert daher das Kultusministerium auf, das Unterrichtsfach, Werken/Technik in allen Schulformen in der Sekundarstufe I und II einzuführen und Lehrkräfte entsprechend aus- und weiterzubilden. Die Schulträger seien aufgefordert, durch entsprechende Investitionen in Werkräume, Materialien und Werkzeuge die Voraussetzungen für einen guten Werkunterricht zu schaffen. 

Deutlich mehr Handwerksbetriebe in Hessen

HHT-Geschäftsführer Bernhard Mundschenk berichtete von einem deutlichen Anstieg der Zahl der hessischen Handwerksbetriebe auf 75.513 Betriebe. Während die zulassungspflichtigen Handwerke, zu deren Ausübung grundsätzlich die Meisterprüfung erforderlich ist, weiter zurück gegangen seien
(-173 Betriebe bzw. 0,4 Prozent), habe es umgekehrt bei den zulassungsfreien Handwerken, die ohne handwerklichen Qualifikationsnachweis ausgeübt werden dürfen, eine sehr deutliche Zunahme um 847 Betriebe (+ 3,7 Prozent) gegeben. Auch die handwerksähnlichen Gewerbe hätten um 330 Betriebe bzw. 2,7 Prozent zugelegt. In der Gesamtschau sei damit erstmals seit dem Jahr 2014 die Betriebszahl über die Schwelle von 75.000 Betrieben gestiegen.